Die Sommermonate 1881

Friedrich Nietzsche hat in Sils Maria, im Hause der Familie Durisch, sieben Sommer hindurch (1881 und 1883 – 88) ein bescheidenes Zimmer bewohnt. Nach erfolgloser Kur im oberitalienischen Recoaro hatte er sich Anfang Juli 1881 „wieder nach dem Engadin hindurchgerettet“. „Hier (…) ist mir bei weitem am wohlsten auf Erden.“ Hier, in dem trockenen, sonnenreichen Klima der Hochebene, findet der wetterfühlige Denker Bedingungen vor, von denen er sich Linderung für seine migräneartigen, oft mit Erbrechen einhergehenden Kopfschmerzen erhofft. Ein strenger Tagesplan regelte nicht nur Arbeits-, und Essenszeiten, sondern sah auch „täglich 5 – 7 Stunden Bewegung“, ausgedehnte Spaziergänge in der Umgebung vor, bei denen sich zugleich die auf den Wanderungen mitgeführten Notizbücher füllten. Schon der erste Aufenthalt beschenkte ihn mit einem Schlüsselgedanken, der seinem weiteren Philosophieren eine neue Richtung gab: dem „Gedanken der ewigen Wiederkunft“, der „Grundconception“ zu „Also sprach Zarathustra“.

Sils Maria um 1890